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Jürg Grünigs Wettbewerbsbeitrag zum «Grand Prix der Modephoto» 1962
Jürg Grünigs Wettbewerbsbeitrag zum «Grand Prix der Modephoto» 1962

Jürg Grünig: Meister des Lichts und der Bewegung

Ein Beitrag von Raff Fluri und Konrad Tobler


Ursprünglich kommt der Burgdorfer Künstler Jürg Grünig (* 1939) von der Fotografie. Die Lichtkunst hat er von der Pike auf gelernt und während Jahren in verschiedensten Bereichen praktiziert. Seit langer Zeit jedoch ist Grünig Maler, Zeichner und Druckgrafiker. Dabei hat er eine eigene Bildwelt entwickelt, jenseits jeden Abbilds. Seine Werke sind minimalistisch. Aber immer noch ist das Licht der entscheidende Akteur. Was auf den ersten Blick fast ein wenig monoton erscheint – also Linie an Linie –, verwandelt sich in ein Phänomen, das als mystisch zu umschreiben ist. Denn die schier unendliche Zahl von parallelen Linien und ihren Schichtungen beginnt zu flimmern und zu changieren. Die Bilder bewegen sich – und bewegen. In jedem Augenblick ist das Bild immer anders, es lebt mit dem Lichteinfall und mit der Zeit, die im Auge die feinen Rasterungen langsam sich entwickeln und leben lassen.
Hinter diesen unendlichen Sehräumen steckt aber ein strenges Konzept: die Berechnung von Winkeln, die Mischung von Farben, das Abmessen der Bildgrössen – sei das in der Malerei, in der Zeichnung oder in der Tiefdrucktechnik.
Grünig hat die geduldige Hand, das unerbittliche Auge, die Tag für Tag, Woche für Woche diese simplen Linien setzen. So entsteht eine Lichtkunst, die sich nie und nimmer abbilden oder digitalisieren lässt, auch nicht mit der besten Fototechnik.


Wir präsentieren Ihnen hier deswegen fotografische und filmische Frühwerke Grünigs. Sie zeigen, dass er das Phänomen des Lichts und der Bewegung schon früh für sich entdeckt hat.


Sein erster Film basiert auf einem Fotowettbewerb, der im Jahr 1962 von der Textilfabrik Gugelmann in Langenthal ausgeschrieben wurde. Das Thema lautete «Stoff und Mensch». Grünig reichte eine dreiteilige, schwarzweisse Fotoserie ein und teilte sich den dritten Platz mit dem später erfolgreichen Berner Filmemacher Peter von Gunten (u.a. „Bananerea Libertad“ 1971, „Pestalozzis Berg“, 1988).
Daraufhin fand Grünig, dass sich die Choreographie am besten in bewegten Bildern darstellen liesse und drehte auf der Casino-Bühne in Burgdorf seinen ersten Kurzfilm. Martin Neuhaus und Manuel Schaad lieferten die Tonspur dazu.


Sein zweiter Film «Implosion» war als Geschenk an seinen Freund Jörg Weber gedacht und kann auch ein bisschen als Hommage an ihn verstanden werden. Der Töpfer kreiert sich seine eigene Welt, die jedoch in sich zusammenfällt.



Freundliche Grüsse und viel Vergnügen

Dagmar Kopše, Kulturbeauftragte

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